Donnerstag, 19. Dezember 2013

3 Jahre ist es her ... [Part 2]

..., dass sich meine Eltern zusammen mit meiner Oma auf den Weg gemacht haben, um mich in Krankenhaus zu besuchen. Es war ein ruhiger Nachmittag (wir erinnern uns, ich durfte mich nicht aufregen ;) ). Eigentlich hatten wir für diesen Nachmittag Karten für das Weihnachtsprogramm von Gerhard Schöne, die wir aber aufgrund meines "Zustandes" an Freunde weitergegeben hatten.

Nachdem sich meine Eltern und meine Oma wieder auf den Weg Richtung Heimat gemacht hatten, haben der Beste und ich noch ein paar Dinge bezüglich Weihnachten besprochen und gerade als wir dabei waren, uns zu verabschieden, kam eine junge Ärtzin und bat uns zum Gespräch in ihr Sprechzimmer. Das war schon ungewöhnlich, durfte ich doch in den letzten Tagen mein Bett nur verlassen, wenn es frisch bezogen wurde oder ich ins Bad musste. Die Ärztin teilte uns mit, dass sie den Blutdruck nicht in den Griff bekommen und dass sie sich deswegen entschieden haben, den Grund der Schwangerschaftsvergiftung - die Schwangerschaft - zu beenden. Sie würden sich am kommenden Morgen noch einmal beraten, aber an und für sich stand das Ergebnis schon fest - Kaiserschnitt. Wir mussten jede Menge Papiere unterschreiben, dass ich über XY aufgeklärt wurde und dann wurden wir entlassen. In dem Moment ging es mir richtig schlecht, ich weinte, obwohl ich nun wusste, dass wir am kommenden Tag unser Kind in den Armen halten würden. Aber dennoch fühlte ich mich um die normale Geburt betrogen. Ich hatte Verständnis, dass es aus medizinischen Gründen nicht möglich war, dennoch haderte ich mit der Entscheidung der Ärzten.

Der kommende Tag brachte keine Planungsänderung - ich sprach mit dem Anästhesisten, unterschrieb weitere Papiere und rief den Besten an, als der Termin für den Kaiserschnitt feststand. Nebenbei "plauderte" ich per SMS mit einer sehr guten Freundin, die nicht nur eine der Paten unseres Kindes werden sollte, sondern auch schwangerschaftsbedingt das Sofa hüten musste (und es sollte noch über 4 Monate dauern, bis ihre Zwillinge auf die Welt kommen sollten). Ich hatte mich mit dem Kaiserschnitt abgefunden und fand es schon irgendwie witzig, dass ich wusste, dass unser Kind bald auf die Welt kommen würde und ihr harmlos meinen Klinikalltag berichtete, darüber dass ich noch kein Frühstück hatte und ständig Leute kamen, die etwas von mir wollten - sie war richtig empört über meinen "Streß" und dass ich nun doch endlich mal etwas essen müsse ... Auch andere Freunde fragten zufällig an diesem Morgen, wie es mir ging und ob es Neuigkeiten gäbe - nein, alles wie gehabt, mir gehts eigentlich ganz gut, danke der Nachfrage :). Einzig die Lieblingsfreundin wusste seit dem Vorabend Bescheid und gab Trost und Zuversicht. Allerdings wurde sie dann erheblich auf die Folter gespannt, da sie den genauen Termin für den Kaiserschnitt wusste und ab dem Moment Zuhause wie auf Kohlen saß, dass wir uns mit guten Nachrichten wieder melden.


Die Erinnerung an den Kaiserschnitt an sich ist nach wie vor präsent, aber mit den Details werde ich euch verschonen ;). Es war einfach skuril - von jeder Seite kam eine Schwester, plauderte mit mir, fragte etwas, es wuselte um mich herum (in meiner Erinnerung waren mindestens 10 Leute in dem OP), die Schwestern plauderten untereinander, es gab großes Gelächter, als der Kinderarzt den Raum betrat (es gab da einen bestimmten Grund, aber den habe ich dann doch vergessen), irgendwann war der Beste da und kurze Zeit spät hörten wir den 1. Schrei von unserem Kind. Ich weiß noch, dass eine junge Schwester uns fragte, ob es stimmt, dass es ein Junge ist - was wäre wohl gewesen, wenn wir darauf "nein" gesagt hätten?
Woran ich mich nicht mehr erinnern kann, ist die Zeit nachdem der Beste mit unserem Kind den OP verlassen hat. Irgendwann waren wir wieder zusammen, wir wurden gefragt, wie der kleine Mann heißen soll und es kamen die ersten Glückwünsche der Schwestern. Irgendwie waren diese ersten Minuten mit dem kleinen Mann zeitlos, es gab im Grunde nur uns drei. Immer wieder musste ich die kleine Hand anfassen, physisch merken, dass der kleine Mann wirklich da war.

Nachdem wir wieder in unserem Zimmer waren, das wir zu zweit verlassen hatten und das wir nun zu dritt bewohnen würden (der Beste ist nach der Geburt mit ins Zimmer gezogen und konnte mich so sehr gut unterstützen, gerade beim nächtlichen Wickeln war ich doch sehr wackelig auf den Beinen), riefen wir natürlich als erstes unsere Eltern* und meinen Bruder an und unterrichteten per SMS die engsten Freunde und Familienmitglieder und schauten immer wieder unseren kleinen Mann an, konnten kaum begreifen, dass er nun wirklich auf der Welt war, und uns zu Eltern machte (das war übrigens die Reaktion des Besten, als ich vom Frauenarzt kam und ihm bestätigen konnte, dass der Schwangerschaftstest recht hatte: "Wir werden Eltern!" So weit war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ;).). Der Beste rief auch die Lieblingsfreundin an, die schon damit gedroht hatte, dass sie sich jetzt gleich in ihrem Arztkittel ins Krankenhaus schleicht, um herauszufinden, ob alles gut gegangen war :).

Wir waren irre erleichtert, dass wir beide die OP gut überstanden hatten und dass es dem kleinen Mann gut ging. Er galt zwar medizinisch noch als Frühchen, war aber sehr gut entwickelt und bereit die Welt außerhalb seiner Bauchhöhle kennenzulernen (auch das brachte eine gewisse Erleichterung, da das Krankenhaus über keine eigene Kinderstation verfügte und wir im schlimmsten Fall in eine andere Klinik hätten verlegt werden müssen).

So war das damals - und nun wird der kleine Mann morgen schon 3 Jahre. Ich werfe eine Münze in das Phrasenschwein und sage: "Mir kommt es so vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass er auf die Welt gekommen ist."

* Meine Mama hatte uns damals im Verdacht, dass wir schon bei Ihrem Besuch am Vortag davon gewusst haben - nein, wir haben es wirklich erst danach erfahren und haben es auch nicht geahnt! :)


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