Sonntag, 4. August 2013

Erkenntnisse [persönlich&wortreich]

Als ich mit dem Nähen angefangen habe, stellte ich ziemlich schnell fest, dass mir das Machen an sich mehr Spaß bereitet, als das Produkt, was am Ende rauskommt - anders ausgedrückt: sobald ich etwas fertig hatte, erlosch auch mein Interesse an diesem Objekt (komisch, oder?). Aus diesem Grund macht es mir auch nichts aus, für andere zu nähen, im Gegenteil - es machte mir doppelt Freude - zum einen das Machen, zum anderen das Weitergeben und damit anderen eine Freude zu bereiten.

Irgendwann schlich sich der Gedanke ein, dass ich ein Gewerbe anmelden könnte - da wäre ein herstellen/ machen im größeren Stil möglich und im Gegenzug könnte ich der Familienkasse etwas Gutes tun. Dieser Gedanke reifte sehr lange, konnte aber nicht realisiert werden, solange ich keine "richtige" Arbeit hatte, sprich nur auf 450€ angestellt war. Es war von Anfang an klar, dass ich das Ganze nur als Nebengewerbe führen wollte.

Als ich im Juni meinen "richtigen" Arbeitsvertrag bekam, konnte ich endlich handeln - inzwischen hatten sich viele Ideen angestaut, wie das mit dem Gewerbe aussehen könnte. Für mich war es keine verlockende Option übers Netz zu verkaufen, ich wollte, dass die Menschen meine Sachen anfassen und auch sehen, dass vielleicht die eine oder andere Naht nicht optimal ist ... Daher war mein Plan kontinuierlich Sachen herzustellen, um sie dann auf Märkten (Kreativmarkt, Weihnachtsmarkt, Stadtfest, etc.) zu verkaufen. 

Zum Glück konnte ich mich bremsen und habe nicht gleich Unsummen in den Kauf von Stempeln, Visitenkarten und andere Dinge investiert, die ich meinte, unbedingt haben zu müssen, um erfolgreich zu sein ;). Denn nach knapp zwei Monaten "Massenproduktion" passierte zweierlei - zum einen musste ich feststellen, dass mir das Nähen so keinen Spaß mehr macht. Ich wollte wissen, für wen ich etwas nähe und nicht einfach ins Blaue produzieren. 
Zum anderen hatte es erhebliche Nebenwirkungen auf unser Familienleben - jeden Abend habe ich mich ins Nähzimmer verzogen, aus dem ich vor Mitternacht selten wieder rausgekommen bin. Der Beste und ich kommunizierten das Meiste familienrelevante tagsüber per SMS. Das ging natürlich nicht spurlos an uns vorüber und so gab es in letzter Zeit häufiger Spannungen zwischen uns. Denn eigentlich gibt es grad wichtige Dinge gemeinsam zu besprechen und auch zu entscheiden. 

Nach einer kurzen Bestandsaufnahme, was grad so alles anliegt, was wichtig ist, was auf uns in der nächsten Zeit zukommt, habe ich mich nun recht rasch dazu entschieden, das Nebengewerbe wieder abzumelden. Denn ganz ehrlich, mit einer 30h-Stelle, unserem Haushalt, den Nachmittagsaktivitäten mit dem CasoubonKind, meinem Ehrenamt, dem Pflegen von Kontakten zu lieben Freunden, unseren Familien, dem Planen unseres Hausbaus im kommenden Jahr bin ich eigentlich ganz gut ausgelastet bzw. komme auch schon mal an meine Grenzen (und ja, ich mag zwar Superhelden, bin aber selber keiner). Und gerade für den Hausbau ist es wichtig, dass wir uns auch mal abends zusammen setzen, Gutachten gemeinsam durchgehen und dann Entscheidungen treffen, mit denen wir beide leben können. 

(Für alle, die bis zu dieser Stelle durchgehalten haben: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, ihr habt es gleich geschafft :).)

Dieser Post geht recht tief in das Persönliche, aber ich wollte euch gerne an der Entwicklung der letzten Monate teilhaben lassen.

Danke fürs Lesen.
(Und fürs weiterhin treu sein :). Hoffentlich.)

1 Kommentar:

  1. Ich habe durchgehalten und mich auch schon seit längerem mit dem Thema beschäftigt. Genau das ist der Grund, warum ich nur für uns nähe ♥♡♥
    Wünsche Dir einen schönen Sonntag
    *knutscha
    Scharly

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