Samstag, 15. August 2009

Festungslauf

Was für ein toller Lauf !!!

Ich hatte im Vorfeld erhebliche Bauchschmerzen und fühlte mich im Laufe des Tages eher so, als würde ich zu einer Prüfung gehen, als dass ich an einem Lauf teilnehme. Grund für die Aufregung war nicht nur die streckenmäige Herausforderung, sondern wahrscheinlich auch der interne Plan meinerseits, vor Marko ins Ziel zu kommen. Dieser hatte nämlich festgestellt, dass er die Berge langsam mit mir rennen würde, dann aber auf den letzten Kilometern vor mir wegziehen würde. Fühlte mich dadurch herausgefordert, da er es gerade arbeitsmäßig nicht schafft, regelmäßig laufen zu gehen. Es fällt mir sehr zu schwer zu akzeptieren, dass er aus der Kalten so einen Lauf meistern kann, während ich regelmäßig trainiere und dennoch im Vorfeld erhebliche Zweifel an meinen Fähigkeiten habe (aber das mit dem Zweifeln gehört sowieso zu meiner Natur).

Wir kamen 17 Uhr in Königstein an, haben unsere Unterlagen geholt, den einzigen Einkaufsmarkt im Ort besucht (ein irres Unternehmen Freitag nach dem Feierabend), das Auto zum Parkplatz gefahren, uns im Parkhaus umgezogen und dann sind wir mit einem Bus wieder in die Innenstadt gefahren.Beim Start sammelten sich immer mehr Läufer, ca. 290 waren gemeldet. Kurz noch warmgelaufen und pünktlich 18:30 fiel der Startschuss.

Erst ging es eine Runde durch Königstein, man passierte erneut den Startbereich und bog dann in den Wald ab. Die Anstiege hatten es wirklich in sich, aber ich hatte es mir "schlimmer" vorgestellt. Zwischenzeitlich kamen Treppen, an denen wir durch den Rückstau gezwungen waren, zu gehen. Ansonsten war es uns möglich im geplanten 7er Schnitt zu laufen. Bald waren wir auf der Straße, die direkt zur Festung führte, aber bevor wir diese passieren konnten, sind wir noch eine Runde um die Festung gelaufen. Dann kam der schlimmste Anstieg - der Weg in die Festung hinein (kaum zu glauben, dass die Ritter hier früher mit Pferd und Rüstung hochgekommen sind). Auf den letzten Metern standen Cheerleader, die uns lautstark anfeuerten. Oben angekommen sollte es noch 1,8 km eine Runde auf dem Plateau geben. Ich brauchte ziemlich lange, um mich von dem letzten Anstieg zu erholen, ließ aber Marko, der schneller wurde, nicht ziehen.



Die Runde oben auf der Festung gehört mit zu den Höhepunkten meines Läuferlebens - man kann weit in die Sächsische Schweiz schauen und wurde mit diesem Ausblick für die Strapazen entschädigt. 800m vorm Ziel sammelte ich nochmal meine Kräfte und zog das Tempo an, Marko blieb aber auch an mir dran. Ja, und dann war auf einmal das Ziel da - der Moderator sagte meinen Namen und es war vorbei. Ich war ein wenig enttäuscht, da auf meinem FR noch 500m standen.



Nachdem wir uns mit Getränken und Äpfeln versorgt hatten, holten wir unsere Sachen und sind zurück zum Auto getrollert. Leider sind wir beide letzte in unserer AK geworden, aber die Ziele unter eine Stunde zu bleiben und nicht die letzten des Hauptfeldes zu sein, haben wir erreicht. Nächstes Jahr nehmen wir dann die AK ins Visier.

Strecke: 7,3km (ausgeschrieben war der Lauf mit 7,8km)
Zeit: 00:54:55

Summa summarum war es ein richtig toller Lauf - anstrengend, aber im Bereich des Machbaren. Organisation hat gestimmt, Stimmung auf der Festung war sehr gut, auch wenn nur wenige externe Zuschauer dabei waren, sondern meist "nur" Begleitpersonen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Bine,
    da hast Du großartig gekämpft und Deinen Partner nicht davonziehen gelassen. Riesenrespekt für's Durchbeissen!
    Und bei dem Profil ist die Zeit doch wirklich gut. Ihr seid nur deshalb am Ende der AK gelandet, weil solche Läufe nur von den "Harten" angegangen werden - jetzt gehört ihr dazu ;-) . Nächstes Jahr rollt ihr dann das feld von hinten auf.
    lG
    Ralph

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