Freitag, 7. Oktober 2016

Rezension: Drei Liter Tod


Bereits vor meiner Elternzeit hatte ich angefangen, euch Bücher zu zeigen, die sich auf verschiedene Weise mit den Themen "Tod", "Sterben" und "Trauer" auseinandersetzen (Hier gibt es noch einmal alle aufgelistet.). Während meiner Schwangerschaft und auch während der Elternzeit habe ich es eher vermieden, Bücher mit dieser Thematik zu lesen - ich bin zwar schon arbeitsbedingt einiges gewöhnt, aber in dieser besonderen Lebenssituation empfand ich es eher als Belastung und habe daher sowenig wie nötig an mich herangelassen. Daher gab es eine große Unterbrechung und es sind auch einige Rezensionsexemplare liegen geblieben. Im Rahmen des "Rezensions-Freitag" wird es in Zukunft wieder Lesetipps für diese Kategorie geben. Den Beginn macht das Buch "Drei Liter Tod. Mein Leben im Krematorium" aus dem Kösel-Verlag.


Abbildung vom Kösel Verlag

Gleich zu Beginn muß ich mit meiner Hauptkritik an dem Buch starten - der Untertitel "Mein Leben im Krematorium" weckt in meinen Augen eine falsche Erwartungshaltung beim Leser des Buches. Über ihre (Verwaltungs-)Arbeit im Krematorium schreibt Juliane Uhl recht wenig. Zu Beginn definiert sie den sozialen, physischen, psychischen, biologischen und juristischen Tod, danach gibt sie interessante Einblicke in andere Berufsgruppen, die sich tagtäglich mit dem Tod auseinandersetzen - sei es Bestatter, Hospizmitarbeiter, Rechtsmediziner oder Amtsärzte. Sie belässt es dabei auch nicht "nur" beim Interview, sondern sie absolvierte - teilweise hochschwanger - Praktika in den jeweiligen Bereichen. Sie schreibt offen über ihre Erlebnisse, ihre Ängste und Befürchtungen und was diese Zeit mit ihr gemacht hat. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, es geht unter die Haut, es macht das Buch sehr authentisch, dass die Autorin nichts beschönigt oder verschweigt.

Ich habe das Buch als eine große Bereicherung empfunden, man bekommt einen guten und umfassenden Einblick in die jeweiligen Tätigkeitsbereiche und erhält auch Anregungen, was alles möglich ist, wie man den Tod eines geliebten Menschen schön und würdevoll gestalten kann (Leider wird auch deutlich, wo es immer noch deutlichen Handlungsbedarf gibt.). Auch möchte die Autorin dazu ermutigen, dass man sich selber bereits zu Lebzeiten Gedanken macht, wie es nach dem eigenen Tod weitergehen soll - wenn man diese Gedanken auch seinen Angehörigen mitteilt, ist das im Trauerfall eine enorme Erleichterung für die Hinterbliebenen, weil diese sich nicht permanent hinterfragen müssen, was Oma Erna wollte. Das Buch ermutigt dazu, das Tabuthema "Tod" aufzugreifen und darüber zu reden.


Alles Wichtige im Überblick
Autorin: Juliane Uhl
Titel: Drei Liter Tod
Verlag: Kösel
Seiten: 224 Seiten
ISBN:978-3466371310

In eigener Sache
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist davon nicht beeinflusst.

In meinen Buchvorstellungen fehlt die Verlinkung zum Bücherriesen - ich denke, ihr seid selbst in der Lage den Weg dahin zu finden - mir wäre es lieber, wenn ihr bei Interesse das Buch bei eurem Buchhändler vor Ort erwerbt ;).

Bild von Pixabay



















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