Dienstag, 10. Mai 2016

Vorgeburtstagsmelancholie

Es ist kaum zu glauben, aber morgen wird unser kleines Lieblingskind bereits ein Jahr alt. Zeit ein wenig inne zu halten, melancholisch zu werden und sich nochmal an einzelne Situationen zu erinnern ;).

Am Tag vor der Geburt ...

... hatten wir liebe Freunde zum Frühstück bei uns, die uns u.a. auch von den Geburten ihrer Kinder berichtet haben. Als wir knapp 20h später mit einem Blasensprung ins Krankenhaus gefahren sind, kamen mir ihre Worte immer wieder in den Sinn und ich dachte mehrmals an dem Tag "davon haben sie gestern erzählt" ;)

... war ich mit zwei Freundinnen und deren Kindern tiefenentspannt auf dem Spielplatz, felsenfest davon überzeugt, dass das noch ein paar Tage dauert, bis es losgeht

Dann wurde es ernst ...

... die Nachthebamme, die uns kurz vor um 5 Uhr im Kreißsaal in Empfang genommen hat, meinte nach der ersten Untersuchung "Ich habe heute Nacht ab 22 Uhr wieder Nachtdienst, da werden wir uns wiedersehen, das wird bei Ihnen dauern" (Ich werde dem kleinen Lieblingskind immerimmerimmer dankbar sein, dass er diese Aussage widerlegte und knapp 7 Stunden das Licht der Welt erblickte, da es bei ihr nicht so gemenschelt hat ;).)

... leiderleiderleider war an dem Tag recht viel los, sodass es leiderleiderleider keinem Arzt möglich war, bei der Geburt dabei zu sein und wir "nur" die Unterstützung einer Hebamme und einer Schwesternschülerin hatten (den ironischen Unterton müsst ihr euch selber denken ;) )

... habe ich immer ein schlechtes Gewissen, dass wir uns im Kreißsaal sehr gut aufgehoben gefühlt haben, während es der Mama im Raum nebenan nicht so gut ergangen ist und sie unter der "Hektik" arg zu leiden hatte (haben wir dann im Nachhinein erfahren, da sie mit bei den Rübi-Mädels dabei ist)

... hatte ich mir die Schmerzen irgendwie anders/ schlimmer vorgestellt und gehöre nun zu der Kategorie "lieber Geburt als Zahn-OP"

... war der beste Tipp, den wir vor der Geburt bekommen haben: "der Mann sollte seinen Ring abmachen"

... kam meine Mutti mit dem großen Lieblingskind am später Nachmittag zum Kurzbesuch in den Kreißsaal und das große Lieblingskind fragte: "Wer hat den kleinen Bruder geboren?" - die Antwort: "Das war die Mama." Erstaunte Gegenfrage: "Mit der Bohrmaschine?"

...  werde ich nie den erstaunten Gesichtsausdruck meiner Schwiegeroma und/ oder von meinem Onkel vergessen, als wir abends wieder Zuhause waren - mein Onkel war eigentlich zum "Pullerbier" gekommen, wurde an der Tür mit "sie sind alle da" empfangen, meinte aber, dass damit das große Lieblingskind und der Beste gemeint wären und stand dann arg erschrocken im Wohnzimmer, wo ich es mir mit dem kleinen Lieblingskind auf dem Sofa bequem gemacht hatte

... wir haben es die ganze Schwangerschaft eher unbewusst vermieden, das große Lieblingskind auf die Situation "Es kann passieren, dass du früh aufwachst und Mama und Papa sind nicht da." vorzubereiten - bei manchen Sachen macht er bei zu vielen Worten dicht (z.B. wenn die Zahnärztin zu ausführlich erzählt, was sie gleich bei ihm machen wird - da bleibt der Mund dann einfach zu) - als er am Morgen des 11.5. aufwachte und neben ihm mein Schwiegerpapa lag, waren seine ersten Worte: "Hallo Opa", als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt


Und das große Lieblingskind?

... hat den Wechsel vom Einzel- zum Geschwisterkind wunderbar "gemeistert"

... musste lernen zurückzustecken (das Stillen war nicht nur verdauungsanregend beim kleinen Lieblingskind, sondern auch beim großen Lieblingskind ;) ) und akzeptieren, dass ich/ wir nicht immer sofort springen konnten
... war am Anfang recht eifersüchtig, wenn jemand anderes als wir den kleinen Bruder auf dem Arm hatte
... hat mir im Nachhinein erzählt, dass er gerne dabei gewesen wäre, als ich den kleinen Bruder "rausgedrückt" (Zitat) habe
... gab es selten Situationen, in denen er eifersüchtig/ verärgert auf den kleinen Bruder war 
... kümmert sich sehr liebevoll und ausdauernd um seinen Bruder, wenn ich noch etwas zu erledigen habe
... überliebt manchmal seinen kleinen Bruder, der aber zum Glück recht robust ist
... hat es tatsächlich geschafft aus dem Namen des kleinen Bruders einen Spitznamen zu formen, obwohl wir bei der Namenssuche schon darauf geachtet haben, dass das nicht geht ;).



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