Mittwoch, 24. September 2014

Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß [BloggdeinBuch]

Unter "Zwischenzeilen" stelle ich euch Bücher vor, die sich auf verschiedene Arten mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinandersetzen.


Diesmal habe ich mich bei "Blogg dein Buch" mit "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß" von Christoph Wortberg an ein Jugendbuch gewagt, welches mich vom Titel (ich schrieb schon einmal, dass ich da sehr anfällig bin, oder ;)?) sofort angesprochen hatte. Glücklicherweise passt es auch wunderbar zu den "Zwischenzeilen"-Büchern.

Abbildung von Beltz + Gelberg

Jakob war immer einer, zu dem man aufschaut, den man bewundert, den viele Menschen mögen. Und nun ist er tot - abgestürzt in den Bergen. Sein kleinerer Bruder Lenny versucht die Tragödie zu begreifen und versucht sich gegen den Eindruck zu wehren, dass der Unfall gar kein Unfall war. Seine Eltern sind ihm bei der Suche nach der Wahrheit keine Hilfe, die Mutter betäubt ihren Kummer mit Tabletten, die sie von ihrem Mann, einem Apotheker, bekommt. Sie verschließen die Augen, wollen nicht wahrhaben, was nicht sein kann, weil es nicht sein darf. Jakob war das Lieblingskind der Eltern, in ihn haben sie alle ihre Hoffnungen gesetzt, von Lenny wiederum erwarten sie keine großen Leistungen.

Lenny möchte Antworten und die bekommt er von Lenny selbst, mit dem er zahlreiche Dialoge in seinem Kopf führt. Außerdem lernt er Rosa kennen, die enger mit seinem Bruder verbunden war, als er zunächst ahnt. Es ist gerade diese schwere Zeit, die Lenny erwachsen werden läßt - er muss lernen aus dem Schatten seines Bruders herauszutreten, muss ohne ihn seinen Weg finden. Außerdem muss er akzeptieren, dass es eine Seite an Jakob gab, die Lenny nicht kannste, die Jakob nur sehr wenigen Menschen gezeigt hat.

Mir ist beim Lesen etwas faszinierendes passiert, was ich so bei einem Buch noch nie erlebt habe. Um es zu erklären, muss ich ein wenig ausholen (in der Hoffnung, dass es dann verständlicher wird ;)). Bei Musik-Alben ist es eigentlich üblich, dass der Titel des Albums auch einen Musik-Titel auf dem Album entspricht. Also wenn das Album beispielsweise "Wenn meine Milch sauer wird, werde ich traurig" heißt, dann gibt es auch einen Musik-Titel mit eben diesem Titel. So die Regel. Dachte ich immer. Bis ich vor einigen Jahren eine tolle Band aus Hamburg kennenlernte und feststellte, dass der Album-Titel nicht in der Titel-Liste auftauchte, sondern meistens eine Liedzeile aus einem Lied war. Genauso verhält es sich auch bei meinem momentanen Lieblingsmusiker. Aber das nur am Rande. Was das mit dem Buch zu tun hat? Beim Lesen des Buches ging es mir an einigen Stellen so, dass ich quasi erwartete, dass NUN. AN. GENAU. DIESER. STELLE. die Worte aus dem Titel genannt werden. Sozusagen als Antwort auf die Frage nach dem "Warum?" von Lenny. Dies passierte aber nie.

Mir hat das Buch schon sehr gut gefallen, auch wenn ich eigentlich leichte Probleme mit imaginären Gesprächspartnern bzw. mit Verstorbenen habe, die aus dem Jenseits reden. Aber in diesem Buch ist es nicht kitschig oder dergleichen, weswegen mir das Buch trotzdem viel Freude bereitet hat.
Details (Gebundene Ausgabe)
Autor: Christoph Wortberg
Titel: Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß
Seiten: 192
ISBN: 978-3-407-81158-5

Wasmussdasmuss
Das Buch wurde mir von "Blogg dein Buch" zur Verfügung gestellt. 
Meine Meinung ist nicht käuflich.

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