Donnerstag, 3. Juli 2014

Tageszeit [ShortStories]

Im Juni haben Bine und Andrea in den Short Stories gefragt, welche Zeit des Tages unsere liebste ist.


So richtig festlegen kann ich mich da eigentlich nicht, da ich alle Facetten schön finde, die ein Tag zu bieten hat.

Ich mag die Ruhe frühmorgens, wenn alle noch schlafen und ich schon produktiv war. Wenn ich beim Blick auf die Uhr denke: "Es ist erst im 8, aber ich habe schon viel geschafft und der ganze Tag liegt noch vor mir." (Dafür mag ich es überhaupt nicht, wenn ich nach 10 Uhr aufwache (ist in den letzten 3 1/2 Jahren nicht mehr passiert ;)) - dann ist für mich der Tag irgendwie schon gelaufen und ich laufe wie Falschgeld durch die Gegend, weil mein inneres Gleichgewicht nicht stimmt.

Ich mag es die Sonne aufgehen zu sehen, zu hören, wie der Tag erwacht, wie die Geräusche des Alltags zunehmen.

Ich mag es zeitig am Morgen laufen zu gehen, wenn nur wenige Menschen oder Autos unterwegs sind (auch hier ist es ähnlich, wie das 10 Uhr - Aufwachgefühl - wenn ich nicht bis 7 Uhr losgelaufen bin, ist es mir zu spät und ich laufe schon innerlich mißgestimmt los) - dieses Gefühl, jetzt gerade alleine unterwegs zu sein, entspannt mich ungemein (auch weil ich eine panische Angst vor Hunden habe und es ein guter Lauf war, wenn ich keinem freilaufenden Vierbeiner begegnet bin - auch deshalb muss ich zeitig los, denn z.B. treffen sich Sonntags um 8 (vielleicht auch erst 8.30 Uhr) auf meiner Waldrunde mehrere Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern mit einer Hundetrainerin - ich glaube den Leuten gerne, dass ihre Hunde lieb sind, aber dennoch habe ich Angst. Punkt. Kann ich nichts machen.)

Ich mag es abends als letzte ins Bett zu gehen, noch ein paar Seiten bei Kerzenschein zu lesen, nach dem Ausschalten aller Lichter nach draußen zu sehen, den kleinen Mann noch einmal zuzudecken und mich dann zum Besten zu kuscheln.

Ich mag es in den Tagen "zwischen den Jahren" im vom Tannenbaum erleuchteten Wohnzimmer zu sitzen, in den Weihnachtsbüchern zu lesen oder einfach nur den Baum anzuschauen und das Jahr gedanklich abzuschließen.

Ich mag es, wenn Sonntag Mittag meine Jungs schlafen gehen, der Esstisch abgeräumt ist, ich mich mit einer Tasse Tee ans Fenster stelle und das einzige Geräusch, welches zu hören ist, ist der Geschirrspüler. Herrlich! Eine Teetasse lang diese Ruhe, diesen Frieden genießen, mal kurz die Welt anhalten, durchatmen und dann wieder in die Gegenwart eintauchen. Aus diesem Moment kann ich mir ganz viel Kraft ziehen.

Man könnte nun den Eindruck bekommen, dass ich eher ein Einzelgänger bin, da ich vor allem die Momente aufgezählt habe, die ich alleine genieße. Das mag an manchen Stellen auch stimmen. Z.B. laufe ich wirklich am liebsten allein - nur ich, mein Laufrhytmus und die Musik auf meinen Ohren. Und ja, mir reichen bestimmte Menschen um mich herum. Und nicht zu viele auf einmal ;). 
Aber ich mag es auch, wenn das Leben pulsiert, wenn wir miteinander toben, lachen, Freunde treffen, das Leben einfach leben und genießen. Aber ich brauche auch meine Ruhemomente nur mit mir. Ist so.

Die anderen Tageszeiten-Post werden hier gesammelt.

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